Kanada - Reise-Vorbereitungen
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Im Oktober 2025 haben wir uns entschlossen, 2026 eine ca. 6-monatige Reise durch Kanada zu machen.
Da gibt es natürlich einiges vorzubereiten.
So ziemlich als erstes haben wir eine Transportbox für Sina gekauft, damit sie viel Zeit hat um ich daran zu gewöhnen. Etwa gleichzeitig haben wir unseren Hin- und Rückflug bei Swiss gebucht. Wegen Sina wählen wir einen Direktflug. Da es für unseren Starttermin noch keinen Direktflug nach Halifax gibt, buchen wir den Hinflug von Zürich nach Montreal und den Rückflug im Oktober von Vancouver nach Zürich. |
| Die Verschiffung des Fahrzeugs buchen wir via Seabridge. Einen Rückflug von Vancouver haben wir, weil wir von Seattle zurück verschiffen wollen. Bei einem Gespräch mit Seabridge wird aber davon abgeraten, von Seattle zurück zu verschiffen. Die Gründe: in Seattle hätten sie zu wenig Erfahrung mit Verschiffung von ausländischen Fahrzeugen, das Schiff fährt nur einmal im Monat und es wird umgeladen in Panama. So sind wir mit der Zeit zu folgendem Plan gekommen: Rückflug von Vancouver, Fahrzeug dort stehen lassen und 2027 wieder hinfliegen und von Westen nach Osten zurück fahren. Die Rückverschiffung ab Halifax sollte sehr einfach sein. |
Auch bei Onkel Benz, unserem Reisefahrzeug, gibt es Einiges zu tun.
Nach 8 Jahren und fast 90'000 km hat er neue Reifen bekommen.
Da wir ja das Fahrzeug verkaufen wollten, war es total leer geräumt und alles musste wieder neu eingerichtet werden. |
Für die Verschiffung muss der Gastank zertifiziert gasfrei sein.
Da nur unser Herd und Backofen mit Gas betrieben wird, haben wir an 15 (!) Tagen die Gasflammen je etwa eine Stunde brennen lassen.
So ist die anfangs zu 75% gefüllte 11 kg Gastankflasche schliesslich leer geworden.
Fehlt also nur noch das Zertifikat für die Verschiffung, aber das Zertifikat darf nicht älter als drei Tage sein bei der Abgabe im Hafen.
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Und dann gibt es noch ein paar unerwartete Reparaturen am Fahrzeug:
Da es so eisig kalt bei den Vorbereitungen im Fahrzeug ist, wollen wir etwas heizen. Aber die Dieselheizung hat den Geist aufgegeben und muss ersetzt werden. Eine Reparatur wäre teurer als eine neue einzubauen. Und alle Bremslichter funktionieren nicht mehr, nicht beim Bremsen und auch nicht mit dem Retarder. Nach über einer Woche ist der Schalter in der Werkstatt ersetzt. Das geht so lange, weil der nicht an Lager ist und bei der ersten Lieferung ein defekter Schalter geliefert wurde. |
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Auch ein paar Formalitäten sind zu erledigen:
Visum USA: wir wollen auch einen Abstecher nach Alaska machen. Da wir im Iran waren, müssen wir ein Visum mit Interview auf der Botschaft machen. Im Visum-Antrag wird nach allem Möglichen gefragt, nur unseren Aufenthalt im Iran können wir gar nicht angeben. Der Ablauf der Online Beantragung ist nicht ganz klar, vor lauter Kleingedrucktem verliert man den Überblick. Und dann muss das Visum noch bezahlt werden, aber wo und wie? Wir machen den Antrag über die Weihnachtszeit und vertrösten uns damit, dass die auf der Botschaft in dieser Zeit nicht arbeiten. Irgendwann ist ein Link zur Bezahlung ersichtlich und wir können erfolgreich das Visum bezahlen. Und dann noch den Interview Termin auf der Botschaft abmachen, Termine sind frei morgen, übermorgen und in ein paar Wochen. Also übermorgen nach Bern auf die Botschaft. Vorher nochmals zum Fotografen um die doch noch benötigten Papier-Abzüge von unseren Passfotos mitzunehmen (die identischen digitalen sind ja schon im Visum-Antrag). Das Interview ist sehr freundlich, kurz und bündig: Tourist, Motorhome, ok ok. Nach ein paar Tagen kommen per Post die Pässe mit dem Visum bei uns an. eTA Kanada (Electronic Travel Authorization): das eTA wird von jedem verlangt, der nach Kanada einreist. Ganz einfach online beantragt und dafür 7 kanadische Dollar bezahlt. Gesundheit Hündin Sina: neben den gültigen Impfungen wie Tollwut, braucht ein Hund eine Gesundheits-Bestätigung, die vom Tierarzt im Heimtierpass eingetragen wird. und und und: TV- und Internet Abo bei Swisscom künden, da dieses nicht pausiert werden kann. Bei Rückkehr ein viel günstigeres bei einem anderen Anbieter abschliessen. Batterie von unserem VW Caddy abklemmen. Das geht erfahrungsgemäss nur bei offenen Autotüren, da sonst der Alarm losgeht. In unserer Wohnung haben wir nur noch pflegeleichte Kunst-Pflanzen. Unsere Briefpost lassen wir von der Post einscannen, aber trotzdem landet immer noch etwas im Briefkasten, wie lokale amtliche Zeitungen. Deshalb ist es sinnvoll, dass jemand die Schlüssel zu unserer Wohnung hat und ab und zu nach dem Rechten sieht. Das macht freundlicherweise unsere Nachbarin, herzlichen Dank an unsere Nachbarin! Mietwagen organisieren für die Fahrt von Montreal nach Halifax, gross genug für den Transport der Hundebox. Hundefreundliche Hotels buchen für die ersten Tage bis wir in Halifax sind. Wir haben das erfolgreich mit der "BringFido" App gemacht. In dieser App erscheinen nur hundefreundliche Hotels, mit dem Hinweis ob für den Hund noch eine Extra-Gebühr fällig ist oder nicht. Kredit- und Debitkarten: Ein Vergleich der Leistungen und Gebühren der Kredit- und Debitkarten lohnt sich auf jeden Fall. Es ist sinnvoll, mehrere verschiedene Karten mit dabei zu haben (aber nicht alle am selben Ort aufzubewahren). Beim Lesen des Kleingedruckten für die Verschiffung sehen wir noch, dass Batterie betriebene Geräte nicht verschifft werden dürfen. Deshalb kommt unser Dyson Akkusauger nicht mit und wird durch einen noch schnell gekauften Kabel-betriebenen Sauger ersetzt. Ein guter Staubsauger ist wichtig für uns, da wir fast jeden Tag Hundehaare wegputzen müssen. Schliesslich ist alles vorbereitet und Tobias kann eine Woche vor Abfahrt des Schiffes Onkel Benz nach Hamburg fahren. |
Doch dann eine ganz böse Überraschung: schon nach 200 km ist die Fahrt jäh beendet.
Das ganze Kühlwasser des Motors ist ausgelaufen und der Warnpiepser der Kühltemperatur macht einen Saukrach.
Zum Glück hat es gerade einen Rastplatz an der Autobahn und Tobias kann den Motor abkühlen lassen.
Zweiter Glückstreffer ist, dass wenige Kilometer weiter die Ausfahrt nach Offenburg ist.
Und da hat es sogar eine Mercedes LKW-Werkstatt, die aber heute Sonntag geschlossen ist, aber immerhin.
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Am nächsten Vormittag wird die Reparatur freundlicherweise sofort durchgeführt.
Da kein Ersatzschlauch an Lager ist und bei Mercedes auch nicht mehr erhältlich ist, muss der kaputte Schlauch repariert werden.
Dafür wird der Schlauch durchgeschnitten und ein Stück Rohr eingesetzt und der Schlauch mit Briden wieder befestigt.
Das passende Rohrstück wird in einer Fettpresse gefunden, die deshalb ihre ursprüngliche Bestimmung aufgeben muss.
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Die weitere Fahrt nach Hamburg ist relativ problemlos, nur etwas anstrengend.
Die Reparatur ist nach dem Mittag beendet und die Fahrt kann weitergehen,
wird aber nochmals durch einen zweistündigen Stau bzw. Stillstand wegen Unfall unterbrochen, also gibt es eine Nachtfahrt.
In Elmshorn bei Hamburg wird noch der leere Gastank zertifiziert. Dies wird von der Reederei in Hamburg so verlangt. Dazu wird der leere Tank mit Stickstoff gespült und anschliessend mit 0.5 bar Stickstoff gefüllt und versiegelt. |
Onkel Benz wäre eigentlich ziemlich sauber, doch unten ist doch viel mit dem ausgelaufenen Kühlerwasser verspritzt.
Also noch ein Besuch beim Truck-Wash.
Am nächsten Morgen gehts zum Hafen. Die Abgabe des Fahrzeugs mit Kontrolle des Innenraums geht zügig durch. Ein paar Schränke werden geöffnet und schon ist das Fahrzeug abgegeben. Einziger Kritikpunkt bei der Kontrolle sind die grossen gut sichtbaren Küchenmesser in der obersten Schublade. Die sollen wir das nächste Mal etwas unsichtbarer verstauen. Da wir einen abgeschlossenen Durchgang zum Fahrerhaus haben, ist das nicht wirklich ein Problem. Und zurück nach Hause mit der Bahn, die pünktlich (wie fast immer?) ankommt. Am 17. März 2026 ist es endlich so weit: wir starten unsere Kanadareise. |