Reiseroute und Länder-Infos - unterwegs auf der Weltreise 2020

Im Jahr 2020 sollte es nach einem 4-wöchigen Heimaturlaub in der Schweiz weiter gehen in Richtung Südostasien. Aber das unsichtbar kleine Coronavirus Covid-19 stellte unsere bisherige und vermeintlich sichere Welt auf den Kopf.

Alles nicht mehr planbar und sehr ungewiss. Ob und wann das Virus besiegt würde, konnte keiner voraussagen. Wir wollten erst weiter reisen, wenn es einen Impfstoff oder eine Behandlung gegen das Coronavirus gibt.

Gemäss ursprünglichem Reiseplan von Mitte 2019 wollten wir via Myanmar nach Laos reisen, aber der Grenzübergang Myanmar-Laos ist für Ausländer immer noch nicht offen.

Deshalb mussten wir Ende 2019 eine neue Reiseroute suchen. In die nähere Auswahl kamen drei Optionen für die Weiterreise von Nepal nach Südostasien:
1. Onkel Benz verschiffen von Indien nach Malaysia (Kuala Lumpur), was wahrscheinlich sehr bürokratisch und teuer ist.
2. Reise von Nepal via China/Tibet nach Laos, auch sehr teuer, aber dann haben wir wenigstens etwas für das Geld.
3. Wir fahren doch durch Myanmar, aber nach Thailand und besorgen uns für Thailand ein Permit und Guide.

Variante 1 ist für uns eher eine letzte Notlösung und wir haben sie noch nicht weiter verfolgt. Es wäre auch eine Verschiffung nach Südafrika möglich. Aber dann würden wir wahrscheinlich nie mehr mit eigenem Fahrzeug in Südostasien unterwegs sein.

Die Variante 2 via China/Tibet nach Laos ist auch nicht einfach. Für die Reise durch Tibet gibt es spezielle strenge Vorschriften und zusätzliche Bewilligungen sind notwendig. Wir haben mehrere Agenturen angefragt. Eine bietet momentan keine Reise an, da die Hinterlegung der Kaution für das Fahrzeug in China nicht klar geregelt sei. Zwei Agenturen würden eine Reise anbieten. Die Visa und die Reise müssten über ein anerkanntes Reisebüro in Nepal erfolgen. Es kann sein, dass die Reise nicht bewilligt wird. Eine vierte Agentur hat gar nicht geantwortet.

Ende 2019 haben wir uns für die Variante 3 entschieden, durch Myanmar nach Thailand. Die Einreise nach Thailand ist aber nicht so einfach. Seit 01.11.2019 haben sich die Einreisekontrollen an der Grenze Myanmar/Thailand (Tachilek/Mae Sai) verschärft. Ohne Permit und Guide können Reisende mit eigenem Fahrzeug nicht mehr als Selbstfahrer nach Thailand einreisen. Eine Möglichkeit wäre noch das Verladen des Fahrzeugs und der Transport über etwa 100 km durch Thailand nach Laos. Dann wäre kein Guide und kein Permit notwendig, aber der Transport kostet 1000 USD für ein normales Auto. Was das für unseren schwergewichtigen Onkel Benz kosten würde und ob es überhaupt möglich wäre, haben wir noch nicht abgeklärt. Und ganz aktuell scheint es wieder einfacher möglich zu sein Vietnam mit eigenem Fahrzeug zu bereisen. Der Schweizer Internationale Führerausweis (gemäss Abkommen von 1968) wird in Thailand nicht akzeptiert. In Thailand kann man einen besorgen, was natürlich aufwändig ist. Da gibt es also noch einiges abzuklären...
Nachtrag anfangs 2021: nach dem Militär-Putsch in Myanmar ist noch eine Ungewissheit dazu gekommen. Leider vor allem für die burmesische Bevölkerung, welche die erst gewonnenen Freiheiten schon wieder verloren hat.

Im Februar 2020 machte sich das Coronavirus breit. Ausgehend von China ist es nun schon auf der ganzen Welt verbreitet, auch wenn einzelne Länder das zu Beginn noch bezweifelten. Inzwischen sind viele Landesgrenzen geschlossen und Flüge fallen aus. Uns bekannte Reisende sind schon blockiert, können z.B. nicht durch den Iran reisen. Ausserhalb von China wurde das Virus am Anfang verharmlost, aber nun scheinen die Behörden doch Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus einzuleiten. Die bekannte Basler Fasnacht ist für dieses Jahr abgesagt, genauso wie der Genfer Automobilsalon. Ein kleines Virus bringt die bestens organisierte Welt durcheinander, die Weltwirtschaft bricht zusammen. Einige Menschen bis hin zu Staatspräsidenten zeigen sehr seltsame Reaktionen. Mal sehen was das für einen Einfluss auf unsere weiteren Reisepläne hat. Ob wir nach unserem Heimaturlaub in der Schweiz und Deutschland wieder nach Nepal fliegen könnten, war bis einen Tag vor dem Rückflug nach Nepal ungewiss.

Mitte März 2020 steht die Welt still, der Corona "Lockdown" friert das normale Leben ein um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Wir sind nicht wie geplant nach Kathmandu zurück geflogen, sondern warten in der Schweiz und Deutschland ab. Jeder Mensch soll zuhause bleiben und so wenig wie möglich Kontakt zu anderen Menschen haben, damit die rasante Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden kann. Auch praktisch alle Grenzen sind deshalb geschlossen und Vergnügungs-Reisen sind bis auf weiteres nicht möglich. Alle unsere Reise-Bekanntschaften sind gestrandet, sitzen irgendwo im fernen Ausland mit ihren Fahrzeugen fest, müssen einen Platz für ihr Fahrzeug finden und versuchen irgendwie nach Hause zu kommen. Da wir nicht mehr arbeiten müssen, haben wir eine grosse Sorge weniger. Viele Langzeit-Reisende stehen noch mitten im Berufsleben, haben alles lange organisiert für ihre grosse Reise und nun ist alles geplatzt.


Die Erde kann auch ohne uns Menschen gut weiter leben,
aber wir Menschen brauchen die Erde für unser Überleben.



 
Im April/Mai 2020 steht die Welt immer noch still. Wir waren von Mitte März bis Mitte April mehr oder weniger in Quarantäne bei unserem Enkel Moritz und Familie. Somit hatten wir immer ein volles Tagesprogramm und es wurde uns nie langweilig. Mitte April sind wir in die Region Basel umgesiedelt, zwar noch in Deutschland, aber direkt an der Schweizer Grenze. Uns fiel sofort auf, dass hier Social Distancing nicht so gross geschrieben wurde wie in Bayern. Nur wenige Menschen trugen eine Schutzmaske. Spätere Anmerkung: als in Deutschland die Läden wieder öffneten, waren Schutzmasken in den Läden Pflicht, dies ganz im Gegensatz zur Schweiz.

Ende April sind wir weiter nach Basel umgesiedelt. Die Aus- und Einreise mit dem öffentlichen Bus war sehr einfach. Identitätskarte zeigen, Frage nach unserem Gepäck, Antwort "Reisegepäck" und das war's schon. Wir hatten uns das komplizierter vorgestellt. Zurück in der Schweiz fiel uns wieder auf, dass Social Distancing in Basel noch kleiner geschrieben wurde.

Zu Beginn waren nur Geschäfte geöffnet, die "lebensnotwendig" sind. So waren Läden geöffnet, die nur Alkohol verkauften, aber Tobias konnte sich keine Mütze kaufen um seine Glatze vor der Sonne zu schützen...

Ende Mai öffneten wieder verschiedene Läden. Wir konnten Möbelhäuser besuchen und Möbel für unsere Wohnung aussuchen. Der Einkauf in Deutschland schien uns sicherer, da dort im Gegensatz zur Schweiz Maskenpflicht in den Läden war. Wegen der noch immer ungewissen Lage wollen wir wieder einen fixen Wohnsitz, eine Mietwohnung haben. Und später natürlich auch wieder reisen ;-)
 
Im Juni/Juli 2020 werden die Massnahmen gegen Corona gelockert. Endlich, wurde ja Zeit... meinen die einen. Das geht viel zu schnell... meinen die anderen. Was richtig ist, wissen wir erst nachdem das Coronavirus besiegt ist.

Seit Juli haben wir wieder eine eigene Mietwohnung. Aber unser Onkel Benz steht noch in Kathmandu. Jetzt wo wieder sehr beschränkt internationale Flüge nach Kathmandu möglich sind, müssen wir endlich einen Autoschlüssel nach Kathmandu senden. Die Kühlbox im Auto läuft hoffentlich noch, aber es wird Zeit die Sachen (u.a. ein Yak-Käse) aus der Kühlbox zu entfernen und sie abzustellen. Wie unsere Reise dann mal weiter geht, wissen wir noch nicht.
 
August 2020: Die Corona-Pandemie macht zum Glück eine Verschnaufpause. Zumindest in Mitteleuropa.

Wir geniessen den Sommer in der Schweiz und erkunden die Umgebung unseres neuen Wohnortes. Es war doch ganz richtig, dass wir im März im letzten Moment die Rückreise nach Nepal nicht angetreten haben. Die Corona-Infektionen in Indien und Nepal sind sehr hoch und dort werden die Lockdown-Massnahmen hart durchgesetzt.
 
Im September 2020 machen wir 2 Wochen Ferien in der Lüneburger Heide. Wegen der unsicheren Corona-Lage buchen wir die Ferienwohnungen erst ein paar Tage vor der Abreise.

Mit unseren neuen E-Bikes und auch zu Fuss erkunden wir die in herbstlichen Farben leuchtende Lüneburger Heide. Auch ein paar schöne Städtchen besuchen wir, Lüneburg, Uelzen, Celle und auch die Grossstadt Hamburg.

Ende September senden wir endlich einen Schlüssel zur Werkstatt in Kathmandu wo unser Onkel Benz steht. Da wir im Februar ja nur kurz nach Europa zurück wollten, haben wir in der Werkstatt gar keinen Schlüssel zurückgelassen.
 
Ende Oktober 2020 adoptieren wir die Hündin Sina. Wir haben Sina beim Aargauischen Tierschutz (ATs) gefunden. Sina ist ein Mischling Sennenhund/Border Collie. Sie ist schon ein kräftiges Energiebündel, das aber noch viel Training braucht.

Treffenderweise ist der Geburtstag von Sina der 7. Februar, genau der Tag an dem wir von Kathmandu in unseren nun etwas verlängerten Heimaturlaub geflogen sind.
 
Am 1. November 2020 kommt endlich unser Autoschlüssel in Kathmandu an.
Via WhatsApp geben wir Irwin Instruktionen, was wo in unserem Fahrzeug zu finden und machen ist. Den Yak-Käse und auch alle anderen Lebensmittel entfernt er aus unserem Onkel Benz.

Die Aktion ist erfolgreich: die Kühlbox lief immer noch und auch die Starter-Batterie hatte noch genug Ladung um den Motor erfolgreich zu starten.
 
 
 
Die Tages-Etappen sowie die Koordinaten unserer Übernachtungsplätze lassen sich hier "downloaden" als Google-Earth kmz-File oder als GPS-Exchange gpx-File. Tipp: das kmz-File lässt sich auch auf das Smartphone in die App Maps.Me laden.

In einem separaten Kapitel sind auch eine Beschreibung und Fotos unserer Übernachtungsplätze 2020 zu finden.

Die nachfolgenden Infos über die Länder erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit.
Die Infos waren zum Zeitpunkt aktuell, als wir die einzelnen Länder bereisten.


geplante Reiseroute 2020 (noch ohne Coronavirus)




Nepal 2020

Reisezeit und Stand der Infos: 22.12.2019-07.02.2020

Anmerkung 1: wegen dem Coronavirus haben wir die Reise unterbrochen.
Anmerkung 2: wegen besserer Übersichtlichkeit sind die Infos und gesamte Reiseroute von Nepal unter beiden Jahren 2019 und 2020 zu finden.
  • Reisedauer: (47 Tage vor Corona und ?? nach Corona)
  • Reisestrecke: (992 km vor Corona und ?? nach Corona)
  • Währung: Nepalesische Rupie (NPR), 1 USD = 1 CHF = 115 NPR.
  • Geldwechsel: USD Bargeld am nepalesischen Zoll in Bhimdatta. Sonst an Geldautomaten, in der Regel ist der Betrag begrenzt auf 20'000 bis 35'000 NPR und meist wir eine Gebühr von 500 NPR unabhängig vom Betrag belastet.
  • Versicherung: keine Infos dazu, aber wir hatten in Indien eine abgeschlossen die auch in Nepal gütig ist (1 Jahr Indien inklusive Nepal 133 USD, davon 8 USD Agenten-Honorar).
  • Preis Liter Diesel: ca. 98 NPR (ca. 0.88 CHF oder 0.80 EUR).
  • Gas LPG: 56 NPR pro Liter (ca. 0.48 CHF oder 0.40 EUR) an einer der wenigen Auto-Gastankstellen in Kathmandu. Das Füllen einer Gasflasche ist sicher einfacher als das Füllen eines fix eingebauten Tanks.
  • Preisniveau: relativ günstig. Ausländische Produkte sind entsprechend teuer. Bei nicht-Fixpreisen werden leider zu oft sehr überhöhte Preise verlangt, was mit der Zeit richtig nervt.
  • Strassenzustand: eher schlecht. Nur wenige kurze Strecken sind in gutem Zustand. Das sind meist neu ausgebaute Nebenstrecken oder Zubringer. Der lange Mahendra Highway hat zwar keine Schlaglöcher, ist aber sehr wellig, was die Geschwindigkeit eines LKW auf unter 50 km/h bremst. In den Bergen sehr kurvige und schmale Strassen und dazu sind rasende und Kurven-schneidende Nepalesen unterwegs.
  • Maut: auf wenigen meist kurzen Strecken wird eine geringe Maut verlangt (auch von einheimischen Fahrzeugen).
  • Übernachtung: es ist nicht einfach einen Platz in der Wildnis zu finden. Das Land ist überall besiedelt und meist ist es unmöglich die Strasse zu verlassen. In der Regel haben wir einen Platz bei einem Hotel oder Resort gefunden (und im Auto geschlafen). Das hat noch den Vorteil, dass man etwas abgeschirmt ist von neugierigen Besuchen.
  • Sicherheit: wir haben uns nicht unsicher gefühlt.
  • Korruption: haben wir nicht erlebt.
  • Visum: notwendig für Schweizer- und EU-Bürger. Man bekommt es an der Grenze bei der Einreise. Ein Passfoto wird benötigt.
    15 Tage 30 USD, 30 Tage 50 USD, 90 Tage multiple Entry 125 USD (in einwandfreien Geldscheinen).
  • Zolldokumente Fahrzeug: Carnet de Passage notwendig.
  • Navigation: im Fahrzeug die Gratis-Version der App Navigator.
  • SIM-Karte: von Ncell, der Pass sowie ein Passfoto wurden verlangt. 1125 Rupien für 30 Tage, inkl. 16 GB und nicht unbegrenzte SMS und Gespräche. Aktiviert im Shop innerhalb von 20 Minuten. Beim Nachladen nach 30 Tagen wurden die noch nicht verbrauchten GB übernommen.